Eisen, 50 x 110 x 46 cm
Was heute als Skulptur Nr. 3 des keltischen Skulpturenwegs Cerda & Celtoi im Untergeschoss des Forums der Europäischen Akademie Otzenhausen zu sehen ist, begann mit einer faustdicken Überraschung: einer Kiste voller Waffenreste nämlich, den der verblüffte Postservice der Akademie auspackte. Verschickt von Sergio Pacori, der 2005 Italien in diesem Projekt vertrat. Der Sinn dieser Aktion war im wahrsten Sinne des Wortes kriegerisch, denn Sergio Pacori fertigte im Verlauf der ersten Symposiumswoche „Cerda & Celtoi” aus diesen Waffenresten eine keltische Kriegerskulptur („Guerriero celtico“) an. Sie besteht aus Resten von Granaten, Panzerplatten und ähnlichem.
Der Autodidakt Sergio Pacori (*1933 in Gargano, Italien) lebt und arbeitet heute in Gorizia (Italien). Dort ist der ehemals hauptberufliche Informatiker als „der Mann, der Bomben in Kunst verwandelt” bekannt. Für seine Eisenskulpturen (hauptsächlich religiöse Motive) verwendet er prinzipiell Original-Waffenreste von Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges. Diese sucht er mit einem Detektor in der Nähe seiner Heimatstadt Gorizia, wo sie auch heute noch im Boden versteckt sind (Schlachten am Isonzo). So verleiht Pacori seiner Arbeit, die er als Friedensmission versteht, eine ganz besondere Dimension: Er verwandelt die Zeugnisse der Tragödie in Kunstwerke und in Botschaften der Hoffnung.
Gorizia ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs übrigens eine geteilte Stadt: Gorizia in Italien, Nova Gorica in Slowenien. Auch wenn sie nach wie vor auf zwei Länder aufgeteilt ist, verschwimmen dank der Europäischen Union die Grenzen immer mehr.